Legal form of a company – another comparison

Wenn man ein neues Unternehmen gründen will beschäftigt man sich oft mit der Wahl der Unternehmensform. Grundlegend rechtliche Unterscheidungen findet man genug im Internet. Allerdings hab ich das Gefühl, dass meist ein paar wichtige Argumente unterschlagen werden, die doch sehr interessant für Gründer sind und so nicht behandelt werden.

Zur Auswahl stehen meist folgende Rechtsformen:

  • Einzelunternehmen
  • GbR
    und
  • UG/”1-Euro GmbH”
  • GmbH

Wenn kein großes Risiko besteht (von Kreditrisiken mal ganz abgesehen – doch dazu später mehr) kann man prinzipiell immer Richtung Einzelunternehmen/GbR gehen. Es ist schlicht günstiger und bietet kaum Nachteile. Wer alleine ist, gründet ein Einzelunternehmen, wer mind. zu zweit ist gründet eine GbR – anders ist das auch rechtlich nicht möglich. Vorteile sind folgende:

  • Einnahmenüberschussrechnung (EÜR): Bis zu bestimmten Einnahmen/Umsätzen braucht man nur eine Plus-Minus-Rechnung machen. Wenn man eine UG oder GmbH ist, wird man automatisch ins Handelsregister eingetragen, bei einem Einzelunternehmen/GbR ist dies optional. Tut man dies allerdings, verpflichtet man sich zur doppelten Buchführung, was oft einfach Overhead ist. Achja: Den Jahresabschluss muss man dann auch noch machen. Wo wir beim nächsten Punkt sind.
  • Steuerberater: Da man bei der doppelten Buchführung auch den Jahresabschluss machen muss, muss den ein Steuerberater zumindest gegenchecken. Das kostet dann allerdings auch wieder mind. ca. 700 EUR (es gibt hier einen gesetzlichen Mindestwert um den man nicht rum kommt)! Wer das Geld nicht hat, sollte sich das genau überlegen. Gerade Studenten die nicht gerade viel Erspartes haben sollten sich das besser zwei mal überlegen.
  • Notar: Und bevor ich es vergesse, kommt natürlich der Notar noch hinzu. Wenn man sich ins Handelsregister einträgt oder auch Änderungen vornimmt(!), kann man das nicht selbst machen, sondern brauch einen Notar der das übernimmt. Mal davon abgesehen, dass hier meist ordentliche Wartezeiten dabei sind, ist der ja auch nicht umsonst. Mit mind. 200-300 EUR darf man hier schon rechnen.
  • Einlage: Nja und natürlich noch das Ding mit der Einlage. Bei einer UG brauch man mind. einen Euro und verpflichtet sich das aufzustocken. Bei einer GmbH brauch man 20.000 EUR die man so gesehen auch fix wieder rausholen kann, allerdings müssen sie zumindest einmal da sein.

Auf der anderen Seite hat die UG/GmbH natürlich auch einen besonderen Vorteil: Die begrenzte Haftung. Bei Einzelunternehmen bzw. GbRs haftet man prinzipiell mit allem was man besitzt. Bei einer UG/GmbH nur bis zur Höhe der Einlage. Wer hier denkt “Toll, dann kann ich endlich den Kredit abschließen den ich haben will und kann theoretisch machen was ich will, notfalls ist nur meine Einlage weg”, liegt falsch.

Man muss sich immer ins Gedächtnis rufen, dass die Kreditgeber ja auch immer etwas verdienen wollen und keine Idioten sind. Keine Bank der Welt würde einer frisch gegründeten GmbH einen Kreditvertrag in, sagen wir mal, 100.000 EUR Höhe geben, wenn nur 20.000 EUR Einlage vorliegen. Die Bank würde hier immer den Inhaber der GmbH o.ä. nach mindestens einer Teilhaftung fragen. Wenn die Person das dann schon ablehnt, wird sich die Bank da fein raushalten. Warum sollen die das Risiko tragen wenn schon der Inhaber Zweifel daran hat, dass es zu keinem Ausfall kommt?

Die Haftung ist so gesehen nur aus dem Geschäftsverkehr heraus interessant. Z.B.: Zulieferer liefern nicht, dadurch verzögern sich Verträge von Kunden und man wird von denen verklagt oder ähnliches. Es gibt hier natürlich auch risikoreiche Branchen, aber das muss man im Einzelfall beurteilen.

Kredite bekommt man da allerdings nicht einfacher und haftungsfrei kommt man auch aus den Krediten in der Form sicher auch nicht raus.